Sonntag, 29. November 2009

Advent, Advent...

... ein Lichtlein brennt. Bei uns in der Kirche brennt ein Lichtlein, bei mir im Herzen noch nicht, zumindest nicht für Weihnachten. Dafür ist es hier zu heiß und der Server belastet noch immer mein Gemüt. Pflichtbewusst steuere ich aber gegen meine bescheidene Laune an, indem ich diverse sich auf meinem PC befindlichen Weihnachtslieder rauf und runter höre!

Samstag, 28. November 2009

Grummel

Geduld ist eine Tugend, über die ich nicht verfüge. Mein ganzes Leben war ich damit beschäftigt, Pläne auszutüfteln, möglichst schnell Zeit totzuschlagen. Bislang war ich damit ziemlich erfolgreich. Bis gestern. Seitdem ziehen alt bewährte Mittel nicht mehr. Der Grund? Meine persönliche Hölle, wie sie sich Hades nicht besser hätte zusammen schneidern können:

Ein gewisser E-Mail-Server lässt mich mein Postfach nicht mehr öffnen. Und das macht mich so wahnsinnig, dass mein Geist vorläufig seinen Dienst eingestellt hat. Es herrscht der pure Wahnsinn! Ich erwarte eine wichtige Mail. Für mich geht es quasi um Leben und Tod. Mittlerweile bin ich so mürbe geworden, dass ich fast bereit bin, bei der Hotline anzurufen. Doch weil mein Kopf nicht mehr so recht funktionieren möchte, würde der Anruf in einer Katastrophe enden, bei der die Telefonrechnung am Ende mein geringstes Problem wäre.

Nebenbei macht die Hitze mein Gehirn weich und wabbelig, es ist ein Trauerspiel. Nichts hilft. Ich kann dem Server nicht einmal sinnlose Diskussionen über die Dichte von Schokoladenpudding schmackhaft machen. Wir kommen einfach auf keinen gemeinsamen Nenner. Falls von uns beiden bald nicht einer bereit ist, einen Schritt auf den anderen zuzugehen, wird das noch Tage so weitergehen. Das ist wie bei „Die Nebel von Avalon“. Alle wollen, dass es endlich vorbei ist, doch keiner spult vor. Man könnte ja die eine entscheidende Stelle verpassen, die dem Film einen Sinn geben würde.

Langsam driften meine Gedanken ins Rachsüchtige ab. Ich fange an, mir zu überlegen, wie ich am besten von Brasilien aus einen Anschlag auf besagten Server verüben könnte. Verklagen geht nicht, sinnlos. Außerdem würde es meine Fantasien nicht in Ansätzen befriedigen. Die beschäftigen sich mit schmerzvolleren Wegen, dem Martyrium ein Ende zu bereiten, nachhaltig.

Ich gebe meinem Gegner eine letzte Chance. Wenn sich die Situation bis Dienstag nicht zum Wohlgefallen beider Parteien gelöst hat (und damit bin ich sehr gnädig, wie ich finde), könnte es sein, dass in den Nachrichten demnächst von meinem Fall berichtet wird, bei dem es zum ersten Mal in der Geschichte dem Menschen gelungen ist, einen Server auf blutige Weise niederzuringen. Für weitere Fragen steht ihnen die Zentrale von Brummbärchie Rede und Antwort.

Donnerstag, 26. November 2009

Origami


Ja, so etwas mache ich hier auch mit den Kindern...

Dienstag, 24. November 2009

Stille Nacht

Ohne Witz, ich ging davon aus, hier von verfrühter Weihnachtsekstase verschont zu bleiben. An und für sich feiert man hier nämlich kein Weihnachten, sondern stattdessen irgendwann während des europäischen Sommers "Sao Joao" (bitte Akzente dazu denken). Doch ich wurde eines besseren belehrt: Nikolausmützen, Jingle Bells und Plastiktannen. Juhu, alles, was das Herz begehrt!

Ich will nach Hause, da schneit es wenigstens. Lichterketten in Palmen aufzuhängen sorgt nicht für das rechte Feeling, wenn ich das mal so sagen darf.

Montag, 23. November 2009

Die drei Musketiere

Ihre Namen sind Jonathas, Denisson und Bruno, auch Porcinho, Pitoka und Bruninho genannt. Mit ihren 14 Jahren sind sie drei der älteren "Kinder" in der Brincadeira und geben daher Acht auf Recht und Ordnung und auf uns Freiwillige, vor allem Lou-Anna und mich.

Falls wir einmal den Drang verspüren sollten, nachts durchs Vale (Straße in unserem Viertel) zu gehen, wir wären sicher. Denn die drei passen auf uns auf. Natürlich dürfen wir als Volontarias nicht vergessen, eine klare Grenze zu ziehen. Wir sind die Verantwortlichen, sie unsere Schützlinge. Der Spagat gelingt, auch wenn es manchmal schwierig ist. Die Hämpflinge haben nämlich Kraft und holen sich gerne mal eine Umarmung ab. Nun, Umarmungen sind ok!

Ich freue mich ehrlich auf die Kolonias (Ferienlager bei uns in Taizé im Januar). Es wird anstrengend, im Moment sind die Rollen aber klar verteilt, und hin und wieder dürfen selbst wir Volontarios rumalbern :)