Freitag, 15. Januar 2010

Die Colônias

Oder wie man Freiwillige innerhalb weniger Tage muerbe bekommt.
Was sind die Colônias? Es gibt so viele Sagen. Lasst mich bei der Wahrheit bleiben, sachlich und trocken:

Waherend der Colônias (insgesamt drei) kommen die Kinder zu uns "leben" mit uns, knapp eine Woche. Gegen einen kleinen Betrag von umgerechnet vielleicht 2,50 Euro im Schnitt bekommen sie ein Bett, etwas zu essen und ein von uns (Freiwillige und Brueder) organisiertes Programm. Das schliesst unter anderem Ausfluege zum Fluss und ins Schwimmbad mit ein. Die Kinder kommen in Grueppen von acht bis zehn, elf bis zwoelf und 13 bis 14 Jahren. Die letzte Colônia wird am 19. Januar beginnen und mit meinem vorletzten Tag aufhoeren.

Bislang haben wir es alle recht gut ueberstanden, aber natuerlich sind 35 Kinder Pi mal Daumen kein Zuckerschlecken, vor allem nicht die Kinder aus unserem "Ghetto".

Wie dem auch sei, es hat viel Spass gemacht. Aufgrund gewisser Kommunikations- und Einigungsschwierigkeiten innerhalb des Organisationsteams kam es zwar zu etwaigen Unterbrechungen im Ablauf. Wir haben es allerdings ohne groessere Blessuren ueberstanden. Die Spitze des Planungsstabs hat sich von der ersten zur zweiten Colônia zwar verschoben, doch Gott sei Dank haben es die Kinder noch nicht an die Macht geschafft ^^

Kommen wir zur Bilanz der ersten Colônia:

Anwesende Kinder: Schwierig,hat sich veraendert im Laufe der Zeit, sagen wir so um die 40. Haben bei uns auf dem Gelaende geschlafen. Dies war in der zweiten Colônia nicht mehr so aufgrund von Indaias Ausfall und dem zunehmenden Alter der Kids. Zudem wurden die Colônias dieses Jahr zum ersten Mal ohne die Hilfe der St. André-Schwestern durchgefuehrt. Eine Unterstuetzung, deren Fehlen wir deutlich spueren konnten.

Anwesende Monitores (Spielverderber): Ein Bruder, Indaia (Psycholigin), fuenf Freiwillige aus dem Ausland, fuenf brasilianische Jungsprosse, drei Frauen mit Mutterautoritaet (sehr wichtig!)

Verlorene Kinder: So um die vier bis fuenf, vier hatten schlimmes Heimweh, ein Maedchen wurde nach Hause geschickt. Komplizierte Geschichte, sehr anstrengendes Kind, dass diese Entscheidung mehr als einmal herausgefordert hat.

Zwischenzeitig glaubten wir, ein weiteres Kind verloren zu haben, weil es sich auf sehr unappetitliche Weise den Daumen geklemmt hatte. Aber Indianer kennen keinen Schmerz. Und das duerfte bei diesem Maedchen fast schon wortwoertlich hinhauen...

Verlorene Helfer: Indaia hatte einen Zuckerschock und musste ins Krankenhaus

Etwas chaotisch, die Kinder hatten Riesenspass und die deutsch-brasilianischen Beziehungen wurden erfolgreich ausgebaut :)

Mehr faellt mir gerade nicht ein. Es gibt am Wochenende noch einen umfassenderen Bericht, ebenso zur zweiten Colônia. Danke fuer Aufmerksamkeit!

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